Ortungsdienst in Mac OS X und iPhone
Beim Barcamp wurden gestern ein netter Vortag zum Thema HTML5 gehalten. HTML 5 liefert interessante und sinnvoll einsetzbare neue Features, dürfte aber in den nächsten Jahren noch nicht sonderlich viel Verbreitung finden: Aktuelle Browser interpretieren zwar schon einige Tags, aber wer eine Anwendung ausliefern möchte, die auch jedem Fall auf einem Client-Rechner läuft, der setzt besser eine ältere HTML Version voraus.
Neu in HTML 5 ist z.B. der Ortungsdienst, den man hier und http://www.html5rocks.com/ mal schnell ausprobieren kann.
Da ich während des Vortrags einen Kommentar zum Ortungsdienst unter Mac OS X lieferte, hier nun Details:
Seit einiger Zeit ist in Mac OS X eine neue Systemeinstellung Ortungsdienst vorhanden, die offenbar automatisch aktiviert ist. Mac OS X fragt jedenfalls nicht danach, ob man diesen Dienst aktivieren möchte:
Während man in Systemeinstellungen jedes Control per Stichwortsuche findet, bleibt der Ortungsdienst jedoch verschwunden:
Die Tatsache, dass das Control für Ortungsdienst nicht zu finden ist, könnte natürlich ein Versehen sein….
Laut dem iPhone Linzenzvertrag räumt Apple sich das Recht ein, Ortsdaten selber zu nutzen oder Dritten bereitzustellen:
“Um diese Dienste bereitstellen zu können, wo vorhanden, sind Apple, seine Partner und Lizenznehmer berechtigt, Ortsdaten, einschließlich die geografische Echtzeitposition Ihres iPhone, zu übertragen, zu sammeln, zu verwalten, zu verarbeiten und zu verwenden.”
Man bemerke, dass im Vertrag nicht steht, dass Apple Besitzer oder Eigentümer vor Nutzung dieser Informationen nach einer Erlaubnis fragen wird:
“Indem Sie ortsbasierte Dienste auf Ihrem iPhone verwenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass Apple, seine Partner und Lizenznehmer Ihre Ortsdaten übertragen, sammeln, verwalten, verarbeiten und verwenden, um Ihnen diese Produkte und Dienste anbieten zu können.”
Lizenznehmer kann jedoch jederzeit sanktionslos dessen Nutzung verweigern:
“Sie können Ihr Einverständnis jederzeit widerrufen, indem Sie die ortsbasierten Funktionen nicht verwen- den oder die Funktion für die Ortung auf Ihrem iPhone deaktivieren. Die Deaktivierung oder Nichtverwendung dieser Funktionen hat keinerlei Auswirkungen auf die nicht ortsbasierten Funktionen Ihres iPhone.”
![Ortungsdienst automatisch aktiviert [Mac OS X]](http://www.justria.com/wp-content/uploads/2010/08/Bildschirmfoto-2010-08-15-um-14.06.11.png)
![Ortungsdienst wird nicht gefunden [Mac OS X] Ortungsdienst wird nicht gefunden [Mac OS X]](http://www.justria.com/wp-content/uploads/2010/08/Bildschirmfoto-2010-08-15-um-14.05.06.png)
Generell halte ich Opt-Out für eine ganz miese Nummer, bei der mir absolut nichts anderes übrig bleibt, als Schlimmstes dahinter zu vermuten.
Interessant, und nicht akzeptierbar, finde ich, dass die App ‘iMovie’ für iPhone 4 nicht nur auf den Ortungsdienst zurückgreifen möchte, nein, sie verweigert auch jede Funktion, sofern man den Ortungsdienst nicht aktiviert.
Ich habe an den iTunes-Store geschrieben und möchte den Kauf rückgängig machen.
Bemerken möchte ich noch, dass die App für Call-a-Bike, bei der es vor allem darum geht, entleihbare Fahrräder in einem bestimmtem Umfeld anzuzeigen, durchaus alle Funktionen liefert, obwohl ich die Nutzung des Ortungsdienstes verweigert habe.
Nachdem ich eine Adresse eingeben habe, werden mir alle in der Umgebung befindlichen Bikes angezeigt … plus der Weg dort hin.
Was bei einem Karten-gestützten Programm funktioniert, geht bei einer Schnittsoftware nicht? Sonderbar.
Aber die Bike-App stammt ja auch nicht aus dem Hause Apple.
Vielen Dank für das Update, Derek! Ja, ganz meine Ansicht. Dienste sollten Angebote sein, die man annehmen kann – wenn man möchte.
Habe übrigens auch mal versucht, im iTMS einen Kauf per Email rückabzuwickeln. Das Store-Team hat nicht mal reagiert…
Infos auch hier:
- http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,707417,00.html
- http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,718410,00.html